Wie alles ins Rollen kam

Die Geschichte des Fahrrad beginnt genau genommen mit der Erfindung des Rads in grauer Vorzeit. Nur ist man lange Zeit nicht auf die Lösung des Problems gekommen, wie ein Rad auch zum Transport der eigenen Person zu nutzen sei, aber immer schon war der Traum von größerer Schnelligkeit in den Köpfen der Menschen.

Karl Friedrich Drais, ein badischer Forstmeister, war im Jahr 1817 der erste, der eine Vorkonstruktion des heutigen Fahrrad ersann. Seine Laufmaschine aus Holz besaß noch keine Pedale, der Fahrer saß auf einem bereits gepolsterten Brett und bewegte sich mit den Füßen vorwärts. Der Grundgedanke war, dass auf diese Art das eigene Gewicht nicht wie bei einzelnen Schritten getragen werden muss. Herr Drais soll mit diesem “Fahrrad” vier Stunden für eine Strecke von 50 km gebraucht haben und schneller als die Postkutsche gewesen sein.

1839 konstruierte der Schotte Kirkpatrick Macmillan bereits ein pedalangetrie-
benes Fahrrad, dem aber der Durchbruch nicht so recht gelang.
Ein wichtiger Schritt in Richtung des heutigen Fahrrads wurde von dem Franzosen Ernest Michaux im Jahr 1861 gemacht. Bei seinem Modell drehten sich die Pedale mit dem Vorderrad, das außerdem erstmals größer als das Hinterrad war. Damit wurde mehr Schnelligkeit erreicht. Das Gefährt hat den Namen Tretkurbel- veloziped und wurde sogar fabrikmäßig hergestellt.

Im Jahr 1869 entstand das erste Hochrad wieder in England durch James Starley und William Hillman. Es ist wegen seines skurrilen Aussehens besonders bekannt. Das Vorderrad war mehr als dreimal so groß wie das hintere, man benutzte Stahl für den Rahmen, die Reifen waren aus Vollgummi. Mit diesem Fahrrad erreichte man ein höheres Tempo, gleichzeitig wuchs die Gefahr eines Sturzes mit beträchtlichem Verletzungsrisiko.
Hier schaffte 1878 Thomas Shergold Abhilfe, indem er das Hinterrad mit einem Kettenantrieb versah. So konnte auf das überdimensionale Vorderrad verzichtet werden und die Verletzungsgefahr sank.

Das Jahr 1885 war das eigentliche Geburtsjahr des heutigen Rads. John Kemp Starley baute ein Fahrrad mit dem Namen Rover, das im Wesentlichen in der Form und Anordnung der Teile den modernen Fahrrädern entspricht.
Von nun an musste nur noch an den Feinheiten gefeilt werden, das Prinzip des Fahrrads “stand”. Eine Verbesserung gelang einmal 1888 mit Erfindung des
Luftreifens des Iren John Boyd Dunlop und wieder im Jahr 1900, als erneut
deutsche Staatsbürger weitere Details der Entwicklung des Fahrrads beifügten. Die Firma Fichtel und Sachs produzierte Fahrräder mit Freilaufnabe und Rücktrittbremse. Besonders letztere verbesserte die Sicherheit des Fahrrads enorm. Das Gefährt erhielt den vielversprechenden Namen “Torpedo”.
Fünf Jahre später fügte der Franzose Paul de Vivie die erste Kettenschaltung hinzu, die das Radfahren an Steigungen erheblich erleichterte.

Der italienische Radsportler Tullio Canpagnolo benutzte 1933 die erste Schnellschaltung, die in den folgenden Jahren immer weiter verbessert wurde.
Ein wirklicher Fortschritt wurde in der Geschichte des Fahrrads erst im Jahr 1981 mit Erfindung des Mountainbikes errungen. Die verbesserte Gangschaltung, breitere Reifen und geringes Gewicht ermöglichen seither das Radfahren auch in schwierigen Geländeformen. Mountainbiking wurde von Fahrrad Fans begeistert aufgenommen und zählt bis heute zu den beliebtesten Sportarten.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl verschiedener Fahrradtypen. Beispielsweise Mountainbikes, Trekkingräder, Rennräder , Kinderräder usw.

Längst dient das Fahrrad nicht mehr ausschließlich zur Fortbewegung, es gehört inzwischen untrennbar auch zu Sport und Freizeit dazu.

Mehr zu diesem Thema hier im Blog

Comments are closed.